In den letzten Jahren haben viele Fotograf:innen ihre Bilder in Google Fotos gespeichert – bequem in der Cloud, jederzeit abrufbar und einfach mit Familie und Freunden teilbar. Doch immer mehr Nutzerinnen und Nutzer entscheiden sich, ihre Fotosammlung wieder selbst zu hosten, zum Beispiel mit Synology Photos auf einem eigenen NAS. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:
- Volle Kontrolle über die eigenen Daten: Keine Abhängigkeit von externen Anbietern oder geänderten Geschäftsbedingungen.
- Mehr Speicherplatz zum fairen Preis: Statt monatlicher Abogebühren stehen auf dem NAS mehrere Terabyte Speicher zur Verfügung.
- Datenschutz & Privatsphäre: Die Fotos liegen zu Hause im eigenen Netzwerk – DSGVO-konform und ohne Weitergabe an Dritte.
- Flexibilität: Mit Synology Photos lassen sich Bilder genauso komfortabel organisieren, durchsuchen und teilen wie in der Google Cloud.
In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deine komplette Google Fotos Mediathek auf Synology Photos migrierst, inklusive der richtigen Übernahme der Metadaten, damit deine Bilder in der korrekten Reihenfolge angezeigt werden.
Schritt 1: Google Fotos herunterladen
Damit deine Fotosammlung von Google Fotos auf dein NAS gelangt, nutzt du Google Takeout:
- Gehe auf Google Takeout.
- Wähle ausschließlich Google Fotos als Exportquelle aus.
- Stelle sicher, dass du alle Alben bzw. Sammlungen auswählst.
- Wähle als Exportformat ZIP oder TGZ – am besten in 50 GB-Paketen, falls deine Sammlung sehr groß ist.
- Starte den Export. Je nach Umfang kann es mehrere Stunden oder sogar Tage dauern, bis Google dir die Downloadlinks zur Verfügung stellt.
- Lade die Archive herunter und entpacke sie auf deinem PC oder Mac.
Ergebnis: Du erhältst eine Ordnerstruktur mit Fotos und Videos sowie zugehörigen JSON-Dateien, in denen Metadaten wie Aufnahmedatum, Standort und Album gespeichert sind.
Schritt 2: Metadaten mit Google Photos Metadata Fixer korrigieren
Synology Photos liest die EXIF-Daten der Dateien, um Datum und Reihenfolge festzulegen. Google exportiert diese Infos jedoch oft nur in den JSON-Dateien – was dazu führen würde, dass deine Bilder später falsch sortiert in Synology erscheinen.
Hier kommt das Tool Google Photos Takeout Helper ins Spiel:
- Lade das Tool von GitHub herunter (Open Source, plattformübergreifend).
- Installiere es gemäß der Anleitung für dein Betriebssystem (Python notwendig).
- Führe das Tool im Ordner mit den entpackten Takeout-Dateien aus.
gphotos-sync /Pfad/zum/Takeout-Ordner - Das Tool liest die JSON-Dateien und schreibt die korrekten Metadaten (Aufnahmedatum, Kamera, Geodaten etc.) zurück in die EXIF-Informationen der Fotos.
Ergebnis: Alle Bilder und Videos enthalten nun die originalen Zeitstempel und erscheinen in Synology Photos in der richtigen chronologischen Reihenfolge.
Schritt 3: Fotos in Synology Photos importieren
Nun können die vorbereiteten Bilder auf dein NAS übertragen werden:
- Kopiere alle bearbeiteten Fotos und Videos in den Photo-Ordner deiner Synology.
- Standardpfad:
/home/photo/oder/photo/(abhängig von deiner DSM-Version).
- Standardpfad:
- Öffne Synology Photos über den Browser oder die App.
- Synology indiziert automatisch alle neuen Dateien und baut die Vorschauen auf. Je nach Datenmenge kann dies einige Zeit dauern.
- Anschließend kannst du deine Fotosammlung wie gewohnt durchsuchen, Alben erstellen oder über Freigabelinks mit anderen teilen.
Tipps für eine saubere Migration
- Backup vor Migration: Bewahre die Original-Takeout-Archive zusätzlich auf einer externen Festplatte oder einem zweiten NAS auf.
- Ordnerstruktur prüfen: Lege eine klare Struktur (z. B. nach Jahren oder Reisen) fest, bevor du die Bilder ins NAS kopierst.
- Alben rekonstruieren: Google exportiert Alben oft nur als JSON-Info. Diese musst du in Synology Photos manuell nachbauen.
- Mobile Nutzung: Installiere die Synology Photos App auf deinem Smartphone, um überall Zugriff auf deine Bilder zu haben.
Fazit: Unabhängigkeit und Ordnung für deine Fotosammlung
Die Migration von Google Fotos zu Synology Photos klingt auf den ersten Blick komplex, ist mit den richtigen Schritten aber gut machbar.
Du erhältst:
- Eine zentrale Fotosammlung auf deinem eigenen NAS.
- Unabhängigkeit von Cloud-Anbietern und Abo-Kosten.
- Saubere Metadaten, die deine Erinnerungen in der richtigen Reihenfolge zeigen.
So bleiben deine Fotos sicher, privat und jederzeit zugänglich.


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